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Hilfen zur Erziehung



An wen richten sich Hilfen zur Erziehung?

Erziehungshilfen richten sich an alle Sorgeberechtigten, die Hilfe benötigen bei:
- der Erziehung
- der Haushaltsführung
- der Bewältigung des Familienalltages
- familiären Krisen durch Trennung, Scheidung oder Suchtprobleme, Gewalt oder Vernachlässigung
- psychischen Problemen
- der Überwindung von Armut oder Arbeitslosigkeit
- schwierigen Phasen in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, zum Beispiel bei Konflikten in der Pubertät, bei problematischen Übergängen (etwa Wechsel der Schule oder Beginn einer Ausbildung) und bei fehlender Förderung

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz (Hrsg.) (2010): Hilfen zur Erziehung. Berlin. S. 8

Was sind Hilfen zur Erziehung?

Gemeint sind damit intensive Beratungs-, Betreuungs- und Hilfeangebote durch professionelle Fachkräfte. Die Hilfen zur Erziehung dienen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen. Ihr sollt euch zu selbstständigen Erwachsenen entwickeln können, die ihr Leben in die eigenen Hände nehmen. Eure Eltern werden bei der Erziehung unterstützt und ihre Erziehungskompetenz wird gestärkt, damit sie ihre Alltagsprobleme, Konflikten und Krisen aus eigener Kraft meistern können. Außerdem sollen die Hilfen zur Erziehung eure Bildungschancen erhöhen.

Bei jeder Hilfe zur Erziehung gilt der Grundsatz, dass Kinder und Jugendliche stets als Persönlichkeit respektiert und ernst genommen werden.

Eure Eltern oder andere Personen, die das Sorgerecht für euch haben, haben laut Kinder- und Jugendhilfegesetz ein gesetzlich verankertes Recht auf eine oder auch mehrere Hilfen zur Erziehung. Bei Erziehungsproblemen oder wenn das Wohl des Kindes, euer Wohlergehen, gefährdet ist, können sich eure Eltern an das Jugendamt wenden. Dieses ist verpflichtet zu helfen. Wenn ihr Volljährig seid, könnt ihr auch selber zum Jugendamt gehen.

Hilfen zur Erziehung sind freiwillig. Niemand ist verpflichtet, Hilfen zur Erziehung in Anspruch zu nehmen.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz (Hrsg.) (2010): Hilfen zur Erziehung. Berlin. S. 6-7

Welche unterschiedlichen Hilfen gibt es?

Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Hilfen zur Erziehung. Das Jugendamt klärt in intensiven Gesprächen mit euch und euren Eltern eure Bedürfnisse ab. Dann legen die Beteiligten die Form und den Umfang einer Hilfe fest. Diese Hilfen werden von vielen verschiedenen Organisationen in Münster angeboten.

Eure Eltern haben das letzte Wort!

Nachdem eure Eltern, das Jugendamt und ihr selbst gemeinsam festgelegt habt, welche Hilfe in Frage kommen, suchen eure Eltern und das Jugendamt zusammen eine Einrichtung beziehungsweise einen Dienst aus, der die gewünschte Hilfe anbietet – einen sogenannten Träger. Bei der Wahl des Trägers haben eure Eltern stets das letzte Wort.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz (Hrsg.) (2010): Hilfen zur Erziehung. Berlin. S. 8-9

Wie bekomme ich Hilfe?

1. Antrag stellen
Eure Eltern oder andere Personen, die das Sorgerecht für euch haben, müssen beim Jugendamt einen Antrag auf Hilfen zur Erziehung stellen.

2. Informieren lassen
Das Jugendamt informiert euch und eure Eltern im Rahmen eines Hilfeplan-Verfahrens über eure Rechte. Nach Klärung der Problemlage erfahrt ihr, welche Arten von Hilfen angeboten werden und wie die jeweiligen Hilfeformen aussehen.

3. Ziele festlegen und geeignete Hilfe zur Erziehung wählen
Eure Eltern vereinbaren mit dem Jugendamt und einem ausgewählten Träger, welche Ziele mit der Hilfe erreicht werden sollen. Die gemeinsam festgelegten Ziele entscheiden über die Art, die Dauer und den Umfang der Hilfe.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz (Hrsg.) (2010): Hilfen zur Erziehung. Berlin. S. 9