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Gründen für Jugendliche – ein No Go?

(ni) „Fast zwei Drittel der 16 bis 25-Jährigen (wollen) gerne ein Unternehmen gründen, wissen aber nicht wie“. Das lässt sich auf der Website von Startupteens finden. Doch stimmt das wirklich? Und wenn ja, warum?

So habe ich mich 2021 selbst dazu entschlossen bei dem Businessplan Wettbewerb von Startupteens mitzumachen. Alles fing an, als unsere Schule uns einen Workshop mit dem Namen „Youngstars– Gründergeist“ empfiehl und ich dachte: Gründen kann ich zwar nicht, aber ich will trotzdem mal reinschnuppern.

Dabei hat uns eine Lehrerin aus der Schule begleitet, sodass wir nicht völlig auf uns alleine gestellt waren, doch geleitet wurde der Workshop von Profis, welche teilweise selbst Unternehmer sind und daher die besten Tipps und Tricks hatten. Unsere Schule (Freiherr vom Stein Gymnasium, Münster) war zwar die erste, an der „Youngstarts Gründergeist“ stattgefunden hat, doch der Workshop soll zukünftig ebenfalls an anderen Schulen stattfinden, sodass zukünftig viel mehr Jugendliche die Möglichkeit haben „Gründerluft zu schnuppern“.

Ich entwickelte im Workshop meine eigene Idee und arbeitete eine ganze Woche daran, um diese abschließend vor der Jury zu pitchen, zu welcher beispielsweise der Entwickler von der Liba Kola gehörte.

War ich aufgeregt?– Ja.
Würde ich es heute anders machen und präsentieren?– Ja.
Bereue ich es?– Absolut nicht!

Denn nachdem ich den Pitch gewann, empfohl man mir beim Startupteens Businessplan Wettbewerb teilzunehmen, von dem ich bis dahin nie gehört hatte. 

Ich lernte das tolle Netzwerk von Startupteens kennen und konnte inspirierende Gespräche mit verschiedenen Mentoren führen. Schließlich habe ich es zudem bis ins Finale geschafft und bekam die Chance 10.000 € zu gewinnen. Die habe ich zwar nicht gewonnen, doch konnte auch hier wunderbare Kontakte knüpfen und inspirierende Menschen treffen, welche mich dazu motiviert haben meine Idee zu perfektionieren und sie dann auf den Markt zu bringen. Daher werde ich weiterhin an der Idee arbeiten und daraufhin gründen – und das alles nur, weil ich an einem Workshop in der Schule teilgenommen habe. 

Doch was möchte ich mit meiner Geschichte bezwecken? 

Ich möchte dich motivieren und anregen. Ich möchte junge Menschen, welche sich nicht trauen zu Gründen oder auch nur einen Fuß in die Businesswelt zu stecken, dazu raten einfach in das kalte Wasser zu springen. Denn ohne mein Interesse und meine Neugier am Workshop, hätte ich all diese Erfahrungen nicht gesammelt. 

Was tun wir, wenn wir nicht unserem Interesse und unserer Neugier folgen? Rennen wir dann nicht vor unseren Träumen davon? Daher verstehe ich, was mit der Aussage „Fast zwei Drittel der 16 bis 25-Jährigen (wollen) gerne ein Unternehmen gründen, wissen aber nicht wie.“ gemeint ist, da ich selbst zu diesen Jugendlichen gehörte und es mir zudem nicht zugetraut habe. Doch Organisationen wie Startupteens rechnen damit und unterstützen und beraten die jungen Leute. 

Abgesehen von Startupteens gibt es zudem noch viele andere Projekte, Wettbewerbe und Workshops an denen Jugendliche teilnehmen können. Beispiele dafür sind Jugend gründet oder der dDeutsche Gründer Preis für Schüler!

Zudem will die Landesregierung die Jugendlichen nun frühzeitig fördern und gründungsinteressierte Jugendliche besser unterstützen. Daher bietet das Land auf der neu eingerichteten Website nun viele Informationen über die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer U18-Gründung.

Was habe ich neues dazugelernt?

Früher dachte ich, dass man Unternehmen nur gründet, wenn man sich im Vorhinein intensiv mit der Idee beschäftigt und einen jahrelang vorgefertigten Plan hat, doch heute weiß ich, dass dies nicht immer der Fall ist. Ganz im Gegenteil: Lean Startups sind beispielsweise Startups, welche mit einem sehr einfachen Konzept und einer nicht hundertprozentig ausgereiften Idee starten und sich z.B. je nach Feedback der Kunden weiterhin entwickeln. Im Grunde spiegeln Lean Startups jeden Anfänger dar, da auch sie viele Fehler machen und sich teilweise neu orientieren.

Dies ist eine der größten Weisheiten, welche ich relativ früh lernen durfte: es ist in Ordnung „neu“ in der Businesswelt zu sein, Fehler zu machen und sich fortlaufend zu entwickeln. Schließlich ist das ebenfalls die Geschichte von den größten und erfolgreichsten Unternehmern, denn, wie heißt es noch gleich: es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen!