Junger Mensch auf der Waage mit einer Schüssel in der hand in der ein Zentimetermass wie Spagettis liegen
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Essstörungen – Was ist das?

(mv) Wer kennt es nicht? Man schaut sich im Spiegel an und ist mit sich selbst unzufrieden. Man empfindet sich als dick oder nicht gut bzw. perfekt genug für andere Menschen. Vor allem für uns Teenager ist es wichtig, wie man rüberkommt und wie die anderen einen wahrnehmen. Man will cool und gut aussehen. So kommt es dazu, dass man sich immer mehr mit den heutigen Modetrends beschäftigt. Man sieht immer mehr Werbungen mit Models die perfekt aussehen, sei es auf der Straße, in den Läden oder auch im Internet (auf den Plattformen, wie z.B. Instagram, TikTok).

Ich persönlich habe manchmal das Gefühl unter Druck zu stehen. Unter dem Druck, sich modisch zu kleiden und den Modestandards der heutigen Zeit zu passen. Vor allem aber habe ich oft das Gefühl, dass man sich selbst nach so viel Werbung nicht wahrnehmen kann. Wenn ich nach einer Zeit, die ich auf Instagram verbracht habe, in den Spiegel schaue, erkenne ich nur negative Sachen an mir. In meinem Kopf ist ein Standard, wie ich aussehen muss. Dieser Standard ist für mich der „ideale Zustand“ und um diesen Zustand erreichen zu können, habe ich das Bedürfnis mich zu ändern.

Ab diesem Zeitpunkt beginne ich auf mein Gewicht zu achten, denn viele Models, die man auf den Werbungen sieht, sind dünn und schlank. Plötzlich reicht einem das normale Sporttreiben nicht aus, um gut auszusehen und man will extra abnehmen. Man beginnt Mahlzeiten auszulassen und weniger zu essen. Auch ich habe das gemacht und musste mir dann von meinen Eltern anhören, wie gefährlich es sein kann. (Wenn man wenig isst, kann man nämlich jederzeit umkippen). Außerdem haben mir meine Eltern oft gesagt, dass sich aus diesem Verhalten eine Essstörung entwickeln kann. Natürlich habe ich mich schon damals gefragt, was Essstörungen sind. Aber so richtig mich für das Thema zu interessieren, begann ich erst dann, als ich Personen bzw. Teenager in meinem Alter kennengelernt habe, die das Alles schon durchgemacht haben. Ich begann über Essstörungen zu recherchieren und will meine Rechercheergebnisse jetzt in diesem Artikel festhalten.

Bei der Recherche habe ich mir viele verschiedene Fragen gestellt, wie z.B.: Was sind jetzt genau Essstörungen? Wie viele verschiedene Arten bzw. Typen von Essstörungen gibt es? Wer ist am meisten davon betroffen? Wie kann man die Krankheiten behandeln? Und wo kann man sich Hilfe holen, wenn man betroffen ist? Auf diese Fragen will ich in meinem Artikel eingehen.

Was sind jetzt genau Essstörung?

Bei Essstörungen handelt es sich um ernsthafte Erkrankungen, bei denen der Umgang mit dem Essen und das Verhältnis zum eigenen Körper gestört sind. Diese müssen unbedingt behandelt werden, da es für die Betroffenen lebensgefährlich sein kann. Oft können die Patienten und Patientinnen den Übergang von einem normalen zu einem krankhaften Essverhalten nicht wahrnehmen, da er sehr langsam ist.

Es gibt drei Essstörungen von denen die meisten Patienten/Patientinnen betroffen sind, nämlich die Magersucht (Anorexie nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) und die Binge-Eating-Störung (Fresssucht). Dann gibt es noch Mischformen und weitere Essstörungen wie z.B. die Angst etwas Ungesundes zu essen (Orthorexie) von denen statistisch gesehen aber weniger Menschen betroffen sind. Die Kennzeichen dieser Krankheiten können Nahrungsverweigerung, unkontrollierte Essanfälle, ständiges Sorgen um Gewicht und Panik vor dem Zunehmen sein.

Die meisten von diesen Krankheiten Betroffenen sind Jugendliche und junge Erwachsene. Ein Großteil von ihnen sind Mädchen bzw. junge Frauen, aber auch Jungen erkranken an Essstörungen.

Wie können Essstörungen behandelt werden und wo kann man sich Hilfe holen?

Wenn man an sich selbst oder einer Freundin/einem Freund ein paar Merkmale von Essstörungen (z.B. nur Wasser trinken, nichts essen, oder das Gegenteil: riesige Mengen Essen vertilgen, anschließend aufs Klo gehen und alles wieder erbrechen), hoher Gewichtsverlust oder -zunahme etc.) merkt, sollte man nicht lange warten.

Denn da Essstörungen schwere negative körperlichen Folgen haben können, ist eine medizinische Abklärung dringend erforderlich, je früher desto besser. Essstörungen kann man mit dem Kinderarzt, dem Hausarzt oder einem Internisten absprechen und abklären lassen.

Wenn man sich unwohl in seinem Körper fühlt, sollte man sich eine Bezugsperson suchen, der man alles anvertrauen kann. Diese Person kann entweder jemand aus der Familie oder jemand aus dem Freundeskreis sein. Wenn man aber keine Möglichkeit hat mit seinen Familienangehörigen oder Freunden zu sprechen, sollte man sich eine professionelle Unterstützung beim Schulpsychologen/einer Schulpsychologin oder bei einer Beratungsstelle für Jugendliche suchen.

Passende Beratungsstellen und Einrichtungen kann man bei Kanello unter dem Thema Gewicht finden. Wenn man dort runterscrollt, sieht man ein Kasten mit dem Wort Einrichtungen. Dort muss man dann draufklicken und es werden die Einrichtungen, die es in Münster für das Thema gibt, angezeigt.

Wenn man sich aber entscheidet zu einem Arzt zu gehen und sich der Verdacht auf eine Essstörung dort bestätigt, kann man mit einer Psychotherapie oder mit einer Ernährungstherapie die Krankheit behandeln.