Junger Mensch mit Zigarette in der Hand
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„Haste mal ne Kippe?“

(sa) Wieviele Jugendliche rauchen, was ihre Gründe dafür sind und was Corona und die Stadt Münster damit zu tun haben erfahrt ihr in diesem Artikel.

Im Jahr 2001 lag die Raucherquote bei Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren bei 27,5 %, doch bereits 2014 sank die Zahl auf 9,7 %. Seitdem geben immer weniger Jugendliche an, zu rauchen und so ergab eine Studie aus dem Jahr 2021, dass „nur noch“ 6,1 % aller Jugendlichen zur Zigarette greifen. So wenige Jugendliche wie aktuell haben noch nie nicht geraucht. Aber auch der Anteil an Teenagern, die das Rauchen noch nie getestet haben, liegt recht weit oben. So gaben im Jahr 2021 knapp 83% an, noch nie in ihrem Leben an einer Zigarette gezogen zu haben. 

Bei den 18- bis 25-Jährigen sieht es jedoch wieder anders aus. Dort sind die Zahlen nicht so rosig doch im Vergleich auch niedriger als in den Jahren zuvor. Man geht von 29,8 % der jungen Erwachsenen aus, die rauchen. Aber auch 50% von ihnen geben an, das Rauchen noch nie getestet zu haben. 

Was veranlasst Jugendliche aber nun, zur Zigarette zu greifen?

Das erste Motiv, das beinahe jedem in den Kopf schießt, ist Gruppenzwang. Freunde rauchen und dann „raucht man halt mal eben eine mit.“ Aber auch die Annahme, rauchen wirke auf andere cool, ist definitiv falsch. Für viele Außenstehende sagt rauchen nichts über den Coolness-Faktor aus, sondern sorgt in der Regel nur für Desinteresse. 

Und auch das Jugendschutzgesetz verbietet es Teenagern unter 18 Jahren, Tabakwaren zu erwerben und zu konsumieren. 

„Kinder von Rauchern werden oft selbst zu Rauchern“ – Dies ist einer der Sätze, die zur Abschreckung auf Zigarettenschachteln gedruckt werden. Und an der Aussage ist auch etwas dran. Mehrere Studien ergaben, dass Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil raucht, mit größerer Wahrscheinlichkeit das Rauchen ausprobiert (Probierkonsum) und daher auch wahrscheinlicher regelmäßiger Raucher wird. 

Langfristige Auswirkungen

Als Jugendlicher oder junger Erwachsener denkst du vielleicht, was soll's, ich bin jung und gesund und das Rauchen wird mir schon nicht schaden, doch jüngeres Lungengewebe ist anfälliger als erwachsenes. Tabakrauch gelangt durch Mund, Rachen, Luftröhre und Lunge, wo er durch das Lungengewebe in den Blutkreislauf aufgenommen und im ganzen Körper verteilt wird. 

10 Zigaretten am Tag steigern das Lungenkrebsrisiko um das Achtfache, 15-24 Zigaretten am Tag um das 20fache und Kettenraucher haben ein 30fach erhöhtes Krebsrisiko. 

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Tabakkonsum wieder gestiegen. So zeigt die repräsentative Langzeitstudie Debra, welche Personen ab 14 Jahren befragte, dass der Anteil der Raucher 2019 noch bei etwa 27% lag, aber bereits im Dezember letzten Jahres auf 31% gestiegen ist. Die Studie nimmt an, Raucher, die ihre Sucht abgelegt haben, seien durch die Pandemie rückfällig geworden. 

Doch was hat unsere Stadt Münster nun mit all dem zu tun? 

Münster gilt deutschlandweit nicht nur als „Fahrradhauptstadt“, sondern in NRW auch seit einigen Jahren als die „Hauptstadt der Nichtraucher“. 

Laut Angaben des Mikrozensus greifen rund 37.000 Münsteraner zum Glimmstängel. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 17,4% und katapultiert Münster dadurch an die Spitze der Nichtraucher in NRW. 

Überleg dir das nächste Mal also doch lieber zwei Mal, ob du zur Kippe greifst…

Weitere Infos zu diesem Thema kannst du bei Kanello unter dem Thema "Alkohol, Rauchen und andere Drogen" finden. Oder aber auch unter der Rubrik Krisenhilfe zum Thema Sucht. Hier findest du auch passende Einrichtungen und Links, die speziell für Münsteraner*innen passen.