Bücherstapel auf dem Tisch  in einer Buchhandlung
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Schülerpraktikum - Wirklich ein Einblick in die Arbeitswelt?

(pk) In der neunten Klasse macht man regulär ein zweiwöchiges Schülerpraktikum. Aber… sind diese zwei Wochen nicht eigentlich für die Tonne? Da sieht man doch gar nicht, wie es eigentlich im Berufsleben abläuft, oder...? Da ich vor kurzem mein Schülerpraktikum bei Schatzinsel, einer Buchhandlung in der Münster Innenstadt abgeschlossen habe, denke ich, dass ich eine gute Antwort auf diese Frage finden werde.

Am ersten Tag wurde ich erst einmal eingeführt. Mir wurde gezeigt, wie die Bücher sortiert werden, welche Programme es gibt, woran man Bücher erkennen kann und vieles mehr. Auch den Bürokram musste ich mit ansehen, welcher allerdings sogar spannender als erwartet war. Es ist eben doch eigentlich gar nicht so uninteressant, aus welchen Gründen jemand von wo wie ein Buch zurückschickt oder wie man eine Rechnung ordentlich abstreicht.

Jedenfalls war auch der zweite Tag ziemlich spannend, denn ich durfte mithilfe einer Sackkarre einer Schule eine Kiste voller Bücher & Heften überbringen. Auch eine interessante Erfahrung und definitiv ein Einblick in das Leben eines Buchhändlers war das Kommen der Vertreterin eines Verlages. Diese stellte Bücher vor und es wurde sich beraten, wie viele Exemplare man von was nehmen würde. Der dritte Tag war ziemlich bürokratisch und monoton, aber ebenfalls ein wichtiger Teil der Arbeit eines Buchhändlers. Es wurden Kisten geschleppt, ich packte aus ihnen Bücher aus, strich diese von Rechnungen und das Ganze wieder von vorne. Dieser Kreislauf wiederholte sich, auch an den folgenden Tagen. Es machte jedoch sogar mehr Spaß als gedacht, diese Arbeit zu verrichten.

Zudem war auch das Zuschauen ein essenzieller Teil des ganzen Prozesses. Sehen, wie Kunden beraten werden, und welche Fragen wie wo gestellt werden. Sich so auch mehr in alles einfinden, in die Bücher-Such-Programme, in das System des ganzen Geschäftes. Bei Telefonaten zuhören, schauen, wie welche Gespräche ablaufen und wann wozu etwas aufgeschrieben wird. Beim Bestellen von Büchern zugucken, und hören, welche Faktoren dort miteinspielen.

Viele dieser kleinen Informationen wirken vielleicht unwichtig, haben aber ebenso zu einem Eindruck in die Arbeitswelt verholfen. Und so auch zur eigentlichen Frage-

Ist ein Schülerpraktikum wirklich ein Einblick ins Berufsleben? 

Zuallererst kann man sagen, dass es überhaupt faszinierend ist, ein anderes 'Leben' neben der Schule kennenzulernen. Sich mal auf einen bestimmten Bereich, und nicht verschiedene Fächer, zu fokussieren und eigenständiger zu sein. Die verschiedenen Seiten des Berufes kennenzulernen war ebenfalls sehr spannend. Auf der einen Seite der Bürokram, die Rechnungen, das Bestellen, das Kisten auspacken, auf der anderen Seite das Beraten von Kunden, das Diskutieren über Buchbestellungen und das Ausliefern von Büchern haben mir wirklich das Gefühl gegeben, einen guten Einblick in den Beruf eines Buchhändlers erhalten zu haben. 

Auch fernab vom Job in einer Buchhandlung zeigt das Schülerpraktikum einen Einblick auf alle Seiten des Berufes und man kann in den zwei Wochen, die man im Betrieb verbringt, einen guten Eindruck gewinnen. Also kann man abschließend sagen: Ja, das Schülerpraktikum ist ein Einblick in die Arbeitswelt.

 

Wir haben noch einen Hinweis:

Stella hat Tipps fürs Finden von Betrieben und für die Bewerbung zusammengestellt

Viele weitere Infos rund um das Thema Praktikum gibt es in unserer Themenrubrik Schule & dann?