Foto: © gorgev - Depositphotos
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Loverboys

Er gaukelt dir vor, dass er dich liebt und verlangt von dir mit anderen Männern zu schlafen: ein Loverboy. – Woran kannst du Loverboys erkennen? Was kannst du tun und an wen kannst du dich wenden, wenn du oder eine Freundin betroffen ist?

Mit der Loverboy-Methode werden vor allem minderjährige Mädchen gezielt in die Prostitution gezwungen, indem man ihnen eine Liebesbeziehung vorspielt.

Was ist die Loverboy-Methode?

Bei dieser Methode wird jungen Mädchen und Frauen von sogenenanten „Loverboys“ eine Liebesbeziehung vorgespielt, wodurch sie emotional vom Loverboy abhängig werden. Diese Bindung und Abhängigkeit nutzen die Täter aus, um die Frauen und Mädchen in die Prostitution zu drängen und auszubeuten.

Man lernt sich vor der Schule, in der Nähe von Jugendtreffs oder im Internet kennen. Häufig sind die Loverboys selbst noch sehr jung, gerade volljährig. Die Täter zeigen dabei zunächst viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für eventuelle Probleme oder Sorgen ihres Opfers. Sie überhäufen die Mädchen mit Komplimenten, Geschenken oder Einladungen zu Parties. Oft nutzen Loverboys diese Parties, um die Mädchen mit Drogen in Berührung zu bringen. Ziel dieser Maschen ist es, Vertrauen zu den Mädchen aufzubauen, diese immer enger an sich zu binden und sie von Familie und Freunden zu entfernen. Das Mädchen soll nur noch Zeit mit ihm verbringen. Es wird eine gemeinsame Zukunft geplant, das Mädchen soll mit ihm durchbrennen und von zu Hause weglaufen.

Sobald der Loverboy das Mädchen um seinen Finger gewickelt hat, zeigt er eine andere Seite. Geschichten von Schulden, Erpressung oder großen Zukunftsplänen wie einem gemeinsamen Haus werden vorgekaukelt, und das Mädchen wird in die Situation gedrängt, dieses Geld "aus Liebe zu ihm" zu verdienen - z.B., indem es mit einem anderen Mann schläft und sich prostituiert. Weigert sich das Mädchen, kommt es zur Vergewaltigung oder sogar Gruppenvergewaltigung. Foto- oder Videoaufnahmen vom Sex oder der Vergewaltigung werden häufig als Druckmittel verwendet, um die Mädchen weiter zur Prostitution zu zwingen.

Wer sind die Loverboys?

Loverboys sind in aller Regel männliche Täter zwischen 18 und 30 Jahren. Oft werden gleichaltrige Mittelsmänner benutzt, um den ersten Kontakt und Vertrauen zu den Mädchen aufzubauen. Loverboys sind häufig schon früh durch Verwandte oder Freunde mit Drogen-, Waffen- und Menschenhandel in Berührung gekommen.

Es gibt allerdings auch weibliche Täterinnen - die sogenannten Lovergirls. Diese sind allerdings selbst Opfer eines Loverboys geworden und arbeiten sozusagen als ihre „Anwerberinnen“. Sie spielen jungen Mädchen vor, ihre Freundin zu sein, um daraufhin den Kontakt zu dem Loverboy herzustellen. Lovergirls tun dies, weil sie sich dadurch mehr Freiheiten oder weniger Gewalt vom Loverboy erhoffen.

Was tun, wenn man Opfer geworden ist?

So schön die Beziehung am Anfang gewesen sein mag, was ein Loverboy tut ist grauenhaft und strafbar. Bist du Opfer eines Loverboys geworden und ungewollt in die Prostitution gerutscht, oder hast den Verdacht, dass hinter deiner Bekanntschaft ein Loverboy stecken könnte? Betroffene Mädchen können sich bundesweit beim Hilfetelefon, Gewalt gegen Frauen, der Nummer gegen Kummer oder der Hilfeeinrichtung No loverboys e.V. melden. Die Polizei ist ebenso eine mögliche Anlaufstelle. Mehr dazu findest du unten unter „Einrichtungen“. Für Angehörige der Opfer ist es oft schwer zu erkennen, ob sich ihre Tochter, Freundin oder Schwester in einer Loverboy-Falle befindet. Anzeichen dafür, wie zum Beispiel Selbstverletzung, Abmagerung, depressive Stimmung oder Persönlichkeitsveränderungen können auch einfach Pubertätsanzeichen sein. Wichtig ist, die Mädchen über diese Masche aufzuklären, ihnen zu signalisieren, immer ein offenes Ohr für sie zu haben und sie niemals zu verurteilen. Mädchen aus allen sozialen Schichten sind bereits in die Loverboy-Falle getappt.

Solltest du dich selbst in einer Beziehung unwohl fühlen, oder dein Freund drängt dich zu etwas, was du nicht möchtest, dann such Hilfe bei einer vertrauten Person oder bei den unten genannten Einrichtungen.